Wetterbegriffe

OFF

Wind, Temperatur, Scheinbare Temperaturen Unter Wind verstehen wir eine Luftbewegung, die ursprünglich durch folgenden Vorgang entsteht:Warme und kalte Luftmassen produzieren Gebiete mit verschieden hohen Luftdrücken, die sich dann untereinander ausgleichen, als Resultat entsteht Wind. Die Wetterstation misst Windgeschwindigkeit und Windrichtung (die Richtung aus der der Wind bläst). Die Wetterstation berechnet drei verschiedene „scheinbare Temperaturen“: Wind Chill, Hitze Index und Temp./Feuchte/Sonne/Wind Index (THSW Index)

Wind Chill Beim Wind Chill handelt es sich um einen Effekt, der uns die Luft „kälter“ fühlen läßt, als dies tatsächlich der Fall ist. Dieses Phänomen ist sehr leicht erklärbar: Ist die Lufttemperatur niedriger als unsere Körpertemperatur, so gibt dieser Wärme an die ihn umgebende Luftschicht ab. Zwischen unserem Körper und der Umgebungsluft entsteht so eine „isolierende Luftschicht“, welche uns sozusagen nicht die wirkliche Temperatur spüren läßt. Wird nun durch Windeinfluß diese „Isolationsschicht“ weggeblasen, empfinden wir daher die herrschende Temperatur kälter, als ohne Windeinfluß. Dieser Effekt tritt spürbar erst ab einer Temperatur von weniger als +7° C auf. Das bedeutet, je größer die Windstärke ist, desto niedriger empfinden wir die Temperatur. Bei höheren Temperaturen, hat die Windstärke keinen Einfluss auf die „gefühlte Temperatur“ und der Wind Chill ist daher gleich der Temperatur.

Hitze Index Der Hitze Index, oder auch Temperatur/Feuchte-Index (T-F Index), sagt aus, wie warm wir die Luft momentan empfinden. Die entscheidende Größe für diesen Messwert liefert dabei die Luftfeuchtigkeit. Der Hitze Index kommt erst ab Temperaturen über +14°C zum Tragen, darunter wird auch von Ihrer kein Wert errechnet. Auch hier ist die Erklärung recht einfach: Je höher die Luftfeuchtigkeit ist, umso weniger Wasserdampf kann die Luft zusätzlich aufnehmen. Unser Körper regelt seinen Temperaturhaushalt bei hohen Aussentemperaturen durch Verdunstung von Wasser über die Hautoberfläche. Bei diesem Vorgang wird Energie verbraucht, was zur Abkühlung führt. Je höher nun der Sättigungsgrad der Umgebungsluft mit Wasserdampf ist, desto weniger, bzw. langsamer wird der Wasserdampf unserer Haut von ihr aufgenommen. D.h. die natürliche Kühlung unseres Körpers wird verlangsamt oder sogar gestoppt, was zu einer Überhitzung mit Hitze-Stress- oder erhöhtem Hitzschlag-Risiko führt. Der Hitze Index ist deshalb ein wichtiger Indikator, wie wir unseren Körper bei der jeweiligen Wettersituation belasten können.

Relative Luftfeuchtigkeit Die Luftfeuchtigkeit an sich gibt den Wasserdampfgehalt der Luft an. Wieviel Wasserdampf die Luft aufnehmen kann, hängt stark von deren Temperatur und dem Luftdruck ab. Man spricht deshalb von relativer Luftfeuchtigkeit. Sie beschreibt den momentanen Wasserdampfgehalt der Luft, als Prozentwert zur maximal möglichen Aufnahmemenge bei gegebenen Verhältnissen. Die relative Luftfeuchtigkeit stellt also keinen absoluten Wert der Feuchtigkeit dar. 100% relative Luftfeuchte bedeutet daher nicht, dass man sich unter Wasser befindet. Es heisst lediglich, dass die Luft momentan nicht mehr Wasserdampf aufnehmen kann und eine Sättigung vorhanden ist. Die absolute Luftfeuchtigkeit wird in Gramm-Wasserdampf / Kubikmeter-Luft angegeben: So kann z.B. Luft mit einer Temperatur von 0°C, 5g Wasserdampf aufnehmen; Luft mit einer Temperatur von 20°C bereits 17g und bei 30°C sind bereits 30g Wasserdampfgehalt möglich. Jeder dieser Zustände entspricht dabei 100% relativer Luftfeuchte. Ist die Luft nicht mit Wasserdampf gesättigt, so enthält sie weniger als 100 %. Wird Raumluft mit 60 % relativer Luftfeuchte von beispielsweise 18 ° C auf 25 ° C erwärmt, hat sie, obwohl die absolute Wassermenge konstant bleibt, nur noch 40 % relative Feuchte. Umgekehrt wird bei der Kühlung von Luft irgendwann der sogenannte Taupunkt erreicht. Das ist der Punkt, an dem die Luft die Marke von 100 % Feuchte erreicht und das enthaltene Wasser nicht mehr dampfförmig bleibt. Es entsteht Kondensat (z.B. feuchte Ecken in Wohnräumen, oder Wolken und Nebelbildung im Freien). Die relative Luftfeuchtigkeit ist ein wichtiger Indikator für die Bestimmung der Evapo- Transpiration von Pflanzen und feuchten Oberflächen, da warme trockene Luft eine hohe Kapazität für die Aufnahme von Wasserdampf besitzt.

Taupunkt, Niederschlag Der Taupunkt ist jene Temperatur, bei der die Luft mit Wasserdampf gesättigt ist (100% relative Luftfeuchtigkeit). Bei weiterer Zuführung von Wasserdampf oder weiterer Abkühlung der Luft kommt es zur Kondensation. Der Taupunkt ist ein wichtiger Indikator für die Vorhersage von Dunst, Nebel oder Wolkenbildung (Wolkenuntergrenze in der Luftfahrt). Da die Temperatur mit der Höhe abnimmt, kann durch die Differenz zwischen Taupunkt und Aussentemperatur die Höhe der Kondensationsvorgänge bestimmt werden (Wolkenbildung). Liegen z.B. Taupunkt und Lufttemperatur in den Abendstunden sehr nahe beieinander, ist die Wahrscheinlichkeit von Nebelbildung während der Nacht sehr hoch. Der Taupunkt gibt auch einen Hinweis auf den Wassergehalt der Luft: Hohe Taupunkt-Werte bedeuten einen hohen Wasserdampf-Anteil der Luft und tiefe Werte einen niedrigen Wasserdampf-Anteil. Ebenso ist es möglich, mit dem Taupunkt-Wert die tiefsten Nachttemperaturen vorher zusagen. Vorausgesetzt es ziehen während der Nacht keine neuen Wetterfronten auf, gibt Ihnen der Taupunkt-Wert am Abend die tiefste Temperatur der Nacht an.

Barometrischer Luftdruck Das Gewicht der Luft unserer Atmosphäre erzeugt einen bestimmten Luftdruck auf der Erdoberfläche. Dieser Luftdruck wird auch atmosphärischer Luftdruck genannt. Je mehr Luft sich über einer Fläche befindet, desto höher ist der atmosphärische Luftdruck. D.h. der atmosphärische Luftdruck ändert sich mit der Höhe. Unterschiedlich hoch gelegene Orte haben daher auch unterschiedlichen Luftdruck. Um einen „generellen“ Luftdruck zu erhalten, wird dieser daher auf mittlere Meereshöhe umgerechnet. Dieser Luftdruck ist dann der allgemein bekannte barometrische Luftdruck (im Mittel 1013,2 mBar oder hPa). Der barometrische Luftdruck ändert sich ebenfalls mit den lokalen Wetterbedingungen und ist damit ein wichtiges Werkzeug für die Wettervorhersage. Hoher Luftdruck steht immer in Verbindung mit warmen Luftmassen, während tiefer Druck auf kalte Luftmassen hindeutet. Für Vorhersagezwecke ist die Änderung des Luftdruckes generell wichtiger als dessen absoluter Wert. Steigender Luftdruck bedeutet stets eine Verbesserung der Wetterbedingungen und umgekehrt.

Wettervorhersage Schon bei den alten Griechen wurde versucht das Wetter für den nächsten Tag zu bestimmen. Früher wurden solche Prognosen in erster Linie von den Bauern und den Kriegsherren sowie für die Schiffsfahrt benötigt. Heute ist dies sicher auch noch für die gleichen Gruppen wichtig. Dazu gibt es neuerdings auch noch andere Gruppen die sich eine präzise Vorhersage wünschen. Dazu gehören sicher alle Piloten, die gerne wissen möchten wo welche Gewitter stattfinden und wo welche Jetstreams für eine schnellen Flug verwendet werden können. Dabei hilf ein Jetstream gleichzeitig auch Energie sparen, wie dies beim Ballonflug von Piccard rund um die Welt gezeigt wurde. Daneben sind alle Leute interessiert, welche Ferien oder andere Ausflüge machen und gutes Wetter dazu wünschen. Natürlich sind alle Aussensportarten ebenfalls stark vom Wetter abhängig.

Früher wurden dazu einfache Bauernregeln und der hundertjährige Kalender verwendet. Diese Hilfsmittel sind schon recht gut für das lokale Wetter und die längerfristigen Tendenzen, welche sich jedes Jahr zu einer ähnlichen Zeit wiederholen. So erkennen die Bauern recht schnell wann ein Gewitter aufzieht. Mit dem Hundertjährigen Kalender lassen sich zudem die Hundstage bestimmen, welche sehr warmes Wetter versprechen.

Die einfachste Aussage für den nächsten Tag ist, dass das Wetter gleich bleibt wie es ist. Damit ergibt sich ebenfalls eine hohe Trefferquote, da das Wetter relativ träge ist und nicht jede Stunde ändert.

Um den Ansprüchen der Fliegerei gerecht zu werden, wird das Wetter heute mit grossen Computern berechnet. Dabei wird die Erdatmosphäre in Würfel unterteilt um für jeden dieser Würfel eigene Aussagen zu berechnen. Dies geschieht indem an vielen tausend Stationen über die ganze Erde verteilt der Luftdruck, die Luftfeuchtigkeit und die Windstärke sowie Windrichtung erfasst werden. Zusätzlich fliessen die Daten der Wettersatteliten mit ein. Mit diesen Daten wird das Wetter im Computer simuliert und es lassen sich Karten erstellen, aus welchen für die nächsten 5-7 Tage recht präzise das Wetter abgeleitet werden kann. Je besser die Computer werden umso länger ist eine gute Prognose möglich. Da sich bei schönem Wetter über feuchten Wälder Gewitterwolken bilden können, kann eine solche Prognose natürlich nur die Gewitterneigung voraus sagen und nicht ob nun wirklich genau in Selzach zu einer bestimmten Zeit ein Gewitter stattfinden wird.

Unsere Wetterstation macht dies viel einfacher indem nur die Luftdruckveränderung pro Minute bestimmt wird. Daraus wird eine Wettertendenz für die nächsten 24 Stunden bestimmt, welche im Umkreis von 20-50km eintreffen könnte. Also handelt es sich um eine sehr lokale Prognose, welche das Wetter nur sehr kurzfristig vorauszubestimmen hilft.